Kristalle im polarisierten Licht


Experimentelle Makrofotografie

Meine Bildserie „Kristalle im polarisierten Licht“ ist keine Dokumentation physikalischer oder chemischer Vorgänge im wissenschaftlichen Sinne. Sie ist visuelles Material, mit dem ich experimentell die Möglichkeiten hinterfrage, wie Betrachter Bilder erfassen. Meine Makrofotografien werden gerne als ein künstlerischer Spaziergang in den nahen Mikrokosmos aufgefasst. Sie greifen Farb- und Formphänomene von kristallinen Substanzen im polarisierten Licht auf, um die Betrachter zu verwundern, zu faszinieren und zur Interpretation zu reizen. Darüber hinaus interessiert mich die Frage nach dem „Wesen“ von Fotografie, insbesondere, was Fotografie und Malerei als individuelle Bedeutungsträger gemeinsam haben und wo sie unterschiedlich sind.


Zur Technik

Die in dieser Ausstellung vor­ gestellte Bildserie habe ich 1975 und 1998 mit einer Groß­bildkamera auf Diafilm im Mittelformat 56 x 72 mm und 56 x 84 mm gefertigt. 2025 habe ich die Serie mit einer hochauflösenden Digitalkamera (100 Megapixel) fortgesetzt. Die Präparate sind zwischen zwei Polarisationsfiltern angeordnet und werden mit stark fokussiertem Licht durchleuchtet. Die kristallinen Substanzen werden im geschmolzenen oder gelösten Zustand in den Strahlengang gebracht, wo mit der Kamera das Kristall­ wachstum verfolgt werden kann. Durch Kompensation des Gangunterschieds von „ordentlichem“ und „außerordentlichem“ Strahl (nach Prof. S. Rösch) ist die Interferenz des polarisierten Lichts (Farbe und Helligkeit) frei steuerbar.


 

Ausstellung · Ich sehe, was ich weiss · Fotografie Bernd Perlbach · Bernd Perlbach bei der Arbeit
Bernd Perlbach bei der Arbeit © Foto: Ene Perlbach